Transformation???

Transformation????

Guten Morgen, und ja, es ist ein guter Morgen. Irgendetwas scheint grade mit mir zu passieren. Ich weiß nur noch nicht genau, was es ist. Der Nebel lichtet sich allmählich und der Blick wird wieder klarer. Gestern war für mich ein ereignisreicher Tag. Ich hatte ein sehr aufschlussreiches Gespräch mit einem Freund, das mir ein paar offene Fragen beantwortet hat. Dann im Anschluss ein Therapiegespräch und ich muss sagen, der Therapeut ist wirklich richtig klasse, auch wenn es noch ein junger Schnösel ist. Auch er konnte mir das Verhalten meines „Ex-Hasen“ ein wenig aufschlüsseln, auf Details möchte ich hier aber nicht näher eingehen. Dann hat er etwas zu mir gesagt, was mich wirklich erreicht und aufgebaut hat. Er sieht eine Stärke in mir, die ich grade nicht erkennen kann, hat mich als Phönix bezeichnet und glaubt fest daran, dass ich auch diese schwere Aufgabe, die mir das Leben grade stellt, meistern kann und gestärkt aus der Nummer hervorgehe. Okay, er bekommt Geld dafür und muss dafür sorgen, dass ich keine „Dummheiten“ mache, aber ich glaube, er hat das vollkommen ernst gemeint und ich ziehe langsam in Erwägung, dass er eventuell, ganz vielleicht ein bisschen recht haben könnte. Ebenfalls hat er mir klargemacht, dass auch ein Leben am finanziellen Existenzminimum seine schönen Seiten offenbaren kann, wenn man bereit ist, sich dem zu öffnen und die Sichtweise verändert. Er erkennt scheinbar ein Potential in mir, was mir bisher noch verborgen ist. Dummerweise ist er aber auch der Meinung, dass ich diese „netten Tropfen“, die mir grade das Überleben sichern, schleunigst absetzen sollte, da sie die emotionale Verarbeitung blockieren und verhindern. Da hat er wohl ebenfalls recht, wobei ich es gerade als sehr angenehm empfinde, den emotionalen Schmerz nicht zu fühlen. Aber vielleicht bin ich langsam auch bereit, mich diesem unsagbaren Schmerz erneut zu stellen, ohne die Kontrolle über mich und mein Leben zu verlieren.

Und zum guten Schluss hat der „Ex-Hase“ eine Grenze überschritten, die irgendwas in mir getriggert hat, das ganz klar signalisiert: Bis hierher und nicht weiter! Die Tatsache, dass er mir meine EC-Karte gesperrt hat und ich jetzt um Geld „bitten“ muss, hat irgendwas in meiner momentan recht abgestorbenen Seele wieder zum Leben erweckt. Obwohl die Aktion an sich sehr schäbig und moralisch fragwürdig ist, könnte sie für mich ein wichtiger Wendepunkt gewesen sein. Denn jemand, der mich so behandelt, hat keinen Platz an meiner Seite. Auch diese neue Erkenntnis hilft beim Prozess des Loslassens. Und loslassen muss ich. Ich werde nicht mehr um etwas kämpfen, das nicht freiwillig zu mir kommt und mich nicht zu schätzen weiß. Damit hat der „Ex-Hase“ sich möglicherweise den Rückweg verbaut. Ich kann sehr viel verzeihen und vergeben, aber da scheint jetzt ein Limit erreicht.

Bezüglich der Beurteilung von Moral und Charakter muss ich auch eventuell meine Einschätzung der „anderen Frau“ neu überdenken. Hat sie sich anfangs sehr charakterlich und moralisch fragwürdig in eine bis dahin harmonische Ehe gedrängt und den „Ex-Hasen“ bewusst oder unbewusst zur Trennung von mir und seinem bisherigen Leben gesteuert, zeigt sie jetzt bezüglich ihrer eigenen Ehe scheinbar ein bisschen mehr Umsicht, indem sie ihren Mann nicht einfach so leichtfertig in den Wind schießt. Es bleibt abzuwarten, für wen oder welchen Weg sie sich entscheidet und wie sie dabei vorgeht. Allerdings ruft die Vorstellung, den „Ex-Hasen“ an sie zu verlieren kaum noch unerträglichen Schmerz in mir aus, sondern eher ein etwas wie ein Schulterzucken. Vielleicht sind die beiden wirklich füreinander bestimmt? Wer weiß das schon? Der „Ex-Hase“ scheint es auf jeden Fall kaum erwarten zu können, und trampelt hier wie ein Stier alles in Grund und Boden. Mich bisher auch, aber offenbar habe ich gelernt, auszuweichen. Ich werde meine minimalen Energien auch nicht für einen Krieg oder Kampf verschwenden, denn das will ich nicht. Aber ich werde Hilfe von außen annehmen, wenn es darum geht, meine Rechte und Ansprüche durchzusetzen.

Und Hilfe von außen bekomme ich wirklich. Und zwar so viel, dass es mich dankbar und demütig macht. Ich bekomme Unterstützung von Menschen, von denen ich es teilweise gar nicht erwartet habe und es tut mir so gut. Allen voran meine allerliebste D., die auch mitten in der Nacht mit Müllsack und Schaufel zur Stelle wäre. Glücklicherweise bin ich kein gewalttätiger Mensch, so dass wir weiterhin unsere gemeinsame Zeit in Freiheit genießen können. Und der Gedanke daran, lässt mich jetzt nach vielen Tagen größter Verzweiflung zum ersten Mal seit langem wieder lächeln. Es gibt leider auch Menschen, von denen ich erwartet hatte, dass sie mich unterstützen und die mich diesbezüglich leider sehr enttäuscht haben. Aber auch das kann ich grade einfach annehmen und daraus lernen. Diesen Zuspruch, den ich grade erfahren darf, nehme ich ebenso gern an, wie etwas nicht Greifbares, das aber da zu sein scheint und mir neue Kräfte gibt. Ich weiß, dass das Eis, auf dem ich grade stehe, sehr dünn ist und jederzeit wieder brechen kann. Aber ich weiß auch, dass mir irgendwas die Kraft gibt und mir, sollte ich erneut zu ertrinken drohen, beim wiederholten Strampeln an die Oberflächen helfen wird.

Ich bin Ella, ich bin ein Phönix, ich transformiere und ich werde fliegen!

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