Merkwürdige Träume

Träume

Das mit dem Träumen habe ich noch nie so richtig verstanden. Klar habe ich darüber gelesen, dass das Gehirn damit nachts Dinge verarbeitet, aber so ganz erschlossen hat mich diese Materie nie.

Grundsätzlich war ich immer jemand, der selten geträumt hat und wenn, dann konnte ich mich auch nur ganz selten an meine Träume erinnern.

Nun ist das anders, ich träume ständig und sie bleiben mir im Gedächtnis. Hatte ich bisher, mal öfter und mal seltener, nächtliche Panikattacken, ging diesen auch immer ein Traum voraus, an den ich mich aber nicht erinnern konnte. Ich wachte einfach schweißgebadet und mit klopfendem Herzen auf und verspürte eine tiefsitzende Angst. Gelang es mir dann wieder einzuschlafen, kehrte ich sofort in diesen Traum zurück und der Spuk ging meist in Dauerschleife weiter. So lange, bis es mir gelang, lange wach zu bleiben und die Ablenkung in Entspannungsübungen, dass irgendwann die Erschöpfung siegte und die Träume verdrängte. Einige Male bin ich auch in der Notaufnahme des nächsten Krankenhauses gelandet, weil ich mir sicher war, einen Herzinfarkt zu haben, mit Schmerzen im Brustkorb, Kaltschweißigkeit und Atemnot. Und ja, der Gedanke, solche Momente künftig ganz allein zu überstehen, weil niemand mehr an meiner Seite ist, macht mir Angst.

So richtig angefangen hat diese Traumsache vor einigen Monaten, als meine kleine heile Welt noch in Ordnung war. Ich träumte eines Nachts, dass der Popsänger Sascha (warum auch immer er, ich bin kein großer Fan) mich in einem nahegelegenen See ertränkt hat. Er trug dabei einen grauen Anzug, der komischerweise nicht nass wurde, obwohl er damit bis zum Oberkörper im Wasser stand. Und trotz der Tatsache, dass ich mich aus Leibeskräften gewehrt habe, durch strampeln, schreien, schlagen, betteln und flehen, hat er mich ohne jegliche emotionale Regung so lange unter die Oberfläche gedrückt, bis ich letztendlich gestorben bin. Inzwischen glaube ich, dass mir dieser Traum einen Hinweis geben wollte, was mich in meiner Zukunft erwarten würde. Aber ich fühlte mich in dem Moment zu glücklich und zu sicher, als dass ich diesem Traum Bedeutung zumessen konnte. Ich fand ihn allerdings schon so merkwürdig, dass ich anderen davon erzählte. Inzwischen weiß ich, dass der Traum exakt wiedergegeben hat, was ich bald darauf fühlen musste.

In den letzten Wochen träume ich jede Nacht mehrmals und oft haben diese Träume mit Wasser und ertrinken zu tun. Mal bin ich alleine, mal sind andere unerkennbare Personen beteiligt, selten gelingt es mir, mich zu retten, meistens ertrinke ich. Ganz oft habe ich auch geträumt, dass der Ex-Hase ertrinkt, in einem Wasserloch ähnlich einer heißen Quelle. Während der gute Mensch, der er mal war, da ertrinkt und mich um Hilfe bittet, steht sein Spiegelbild in Form des Menschen, der er jetzt ist, am Rand und lacht hämisch, während er dem anderen beim Ertrinken zusieht. In den ersten Träumen habe ich Rettungsversuche unternommen, bin dabei gescheitert und mit untergegangen. Inzwischen rufe ich ihm lediglich zu: „Hilf dir selbst!“ und gehe weiter.

Heute Nacht hatte ich erstmals einen völlig anderen Traum, der mich gedanklich sehr beschäftigt, weil ich ihn überhaupt nicht einordnen kann. Ich stand auf einem Marktplatz mit vielen Menschen. Auf diesem Platz stand eine Glasvitrine, ähnlich derer, die man aus Bäckereien kennt. In dieser Vitrine lag eine Frau in einem weißen Kleid, ähnlich eines Brautkleides. Die Frau war eine weitläufige Bekannte, zu der ich schon seit über zehn Jahren keinen Kontakt mehr habe. Sie lag dort in dieser Vitrine im Sterben und alle Anwesenden wollten sie bei ihrem letzten Weg begleiten und von ihr Abschied nehmen. Irgendwann erhob sie sich ein letztes Mal, fing an zu weinen und zu schreien, bevor sie zusammenbrach und starb. Ich fragte einen Umstehenden, wo denn eigentlich ihr Mann sei, denn den konnte ich in der Menge nicht ausmachen. Irgendjemand sagte: „Der sitzt zuhause, weil er es nicht ertragen kann.“ Und damit war der Traum dann auch vorbei.

Ich kenne mich mit Träumen überhaupt nicht aus, werde aber später meinen Therapeuten mal dazu befragen. Hat jemand von euch eine Meinung dazu oder kennt sich ein wenig damit aus?

Ich wünsche euch trotz des unerfreulichen Themas einen schönen Tag und hoffe, bald auch mal wieder was Lustiges schreiben zu können.

LG Ella

 

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