Untitled post

Wow, es ist unglaublich, was grade passiert. Die Welt scheint sich plötzlich schneller zu drehen, und ich fühle mich, wie in einem Karussell. Vielleicht ist es auch nur der Drehschwindel, weil ich mir im Nacken-Schulter-Bereich irgendwas eingeklemmt habe, aber es ist einfach geil. Hätte mir vor wenigen Wochen jemand gesagt, dass es mir so schnell wieder so gut gehen würde, ich hätte ihn für bekloppt erklärt. Hätte aber auch keiner gesagt, weil alle damit beschäftigt waren, mich am Leben zu halten und mir Perspektiven aufzuzeichnen. Und ich bin diesen Menschen für ihren unermüdlichen Einsatz so unendlich dankbar.

Was ist also genau passiert? Zum einen habe ich wirklich die besten Freunde der Welt und es sind neue Bekanntschaften, auch hier über diese Seite, dazugekommen, mit denen der Austausch einfach Gold wert ist. Es ist die Zeit gekommen, in der wir uns erkennen und uns gegenseitig so viel geben können. Zum anderen habe ich den besten Therapeuten der Welt, der mich dermaßen effektiv reflektieren lässt, dass ich mich selbst endlich sehen kann. Ich sehe und erkenne, wer und was ich bin und ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich das zu schätzen weiß. Ich schließe grade einen tiefen Frieden mit mir selbst und bestaune mich wie einen kostbaren Schatz.

Ich glaube, ich habe noch nie so „klar“ gesehen, wie in diesem Augenblick. Das Bild scheint von Atemzug zu Atemzug schärfer zu werden und mir laufen grade beim Schreiben Tränen der Demut und der Dankbarkeit über das Gesicht. Weinen kann ich, das habe ich in der letzten Zeit ausreichend unter Beweis gestellt, aber jetzt sind es gute Tränen und ich schäme mich nicht dafür.

Ganz plötzlich erschließt sich mir der Sinn der Erlebnisse der letzten Monate. Das, was ich für meinen Untergang gehalten habe, für mein inneres Sterben, das ich auch auf körperlicher Ebene tun wollte. Es war nichts anderes, als eine Art Wiedergeburt. Mein, zugegebenermaßen sehr schmerzhafter Weg ins wahre Leben zu meinem wahren Ich.

Nüchtern betrachtet bin ich noch immer in einer bescheidenen Situation. Ich werde noch immer das Haus verlieren und muss eine neue Bleibe finden. Ich muss noch immer versuchen, einen Weg zu finden, meinen Lebensunterhalt trotz meiner gesundheitlichen Einschränkungen zu bestreiten, aber ich fühle plötzlich ein tiefes inneres Vertrauen, dass sich bald alles fügen wird, ohne dass ich unter Schmerzen dafür kämpfen muss. Diese ungewisse Zukunft, die mir bevorsteht, erfüllt mich nicht mehr mit Angst und Sorge, sondern mit einem Hauch von Erwartung und Vorfreude.

Meine Ängste verschwinden ganz langsam. Ich habe Nächte allein verbracht, ohne in Panik zu verfallen, ich kann wieder Strecken fahren, die ich vorher nicht geschafft habe, ohne mehrfach anzuhalten und zu warten, bis das Zittern aufhört. Ich habe sogar wieder auf einem Motorrad gesessen und bin ein paar Meter gefahren. Es war der Wahnsinn und vor kurzem noch völlig undenkbar. Da heilen grade tiefe Wunden, Krusten fallen ab, Narben werden sichtbar, aber der innere Schmerz lässt nach.

Ich beschäftige mich ja schon einige Zeit mit Hochempathie und Hochsensivität. Diese Themen haben mich in der Vergangenheit immer wieder angezogen, aber ich fand, dass ich nicht so ganz ins Schema passte. Ja, mein Gehör- und mein Geruchssinn waren schon immer sehr gut, mehr aber auch nicht. Inzwischen weiß ich, dass es doch passt. Ich fühle Emotionen, ich empfange Signale, meine Intuition wächst unermüdlich. Da war immer so eine Ahnung, dass da was ist, aber ich hatte den Zugriff darauf komplett verloren, oder man hatte mir das „abtrainiert“. Die bisherigen Lebensumstände haben meine innere Stimme zum Schweigen gebracht und verstummen lassen. Die Menschen, die eigentlich dazu da gewesen wären, mich fliegen zu lassen, haben mich kleingehalten, um mich für ihre Zwecke zu benutzen und die ganze Kraft und Energie, die in mir steckt für sich zu beanspruchen. Ich kann das, was ich empfange inzwischen ein bisschen steuern. Ähnlich wie bei einem Radio kann ich es ein- und ausschalten, aber nicht immer. Das muss ich weiter trainieren, um zu verhindern, dass mir negative Energien schaden. Bisher habe ich mich immer unbewusst abgeschirmt, aber jetzt kann ich in bestimmten Situationen alle Schutzschilder runterfahren und empfangen. Ich erkenne Menschen und ihre Absichten. Ich sehe das Böse hinter einer lachenden und schmeichelnden Maske, die nur dazu dient, mich zu manipulieren. Dadurch kann ich mich vor Angriffen schützen. Ich kann fühlen, was mein Gegenüber fühlt. Sein Schmerz ist mein Schmerz, den ich kurz fühlen und nachempfinden kann und der danach aber kanalisiert abfließt und mich nicht belastet. Die Freude meines Gegenübers ist meine Freude, die ich empfinden und speichern kann. Das alles füllt meine Akkus und ich entwickele grade ein Urvertrauen, dass am Ende tatsächlich alles gut wird.

Es sind, grade in den letzten Tagen, Menschen in mein Leben getreten, mit denen ich mich sehr verbunden fühle und die mich auf eine Art und Weise berühren können, wie es vorher kaum jemandem möglich war, weil ich das nicht zulassen konnte. Ich erkenne allmählich, bei wem ich mich ungeschützt und echt geben kann, ohne Angst haben zu müssen, verletzt zu werden. Die Gefühle, die ich empfinde, sind viel ausgeprägter und ungefilterter, als es bisher jemals der Fall war.

Natürlich ist das ganze System noch nicht so gefestigt, wie es sein sollte und vielleicht wird mich meine Intuition noch das ein oder andere Mal verlassen. Vielleicht ignoriere ich sie auch nur versehentlich, wer weiß? Ich werde wieder stolpern und fallen, vielleicht auch wieder tief, aber dennoch finde ich grade zu einer Art Urvertrauen, die mir bisher völlig unbekannt war. Ich wachse. Blockaden lösen sich, Unsicherheiten werden zu Selbstbewusstsein. Das Gefühl, nicht zu genügen und auf dieser Welt keinen Platz zu haben, wandelt sich in Selbstliebe. Es ist ein Wunder, das mich in kindliches Erstaunen versetzt. Das Karussell des Lebens dreht sich und ich bin voller Lachen und Freude.

Es gibt noch ein Gefühl, dass mich momentan durchfließt, und das ist Mitgefühl. Mitgefühl mit meinem Erzeuger und dem Ex-Hasen. Ich kann fühlen, wie viel Kraft es sie kosten muss, sich ständig selbst zu verleugnen. Wie anstrengend es sein muss, sich vor sich selbst zu schützen. Immer auf der Suche nach Zufuhr von außen, Methoden nutzend, die häufig jeder Ethik und Moral widersprechen. Habe ich den Ex-Hasen vor nicht allzu langer Zeit noch förmlich angefleht, mir/uns eine Chance zu geben, würde ich dieses Angebot jetzt, ohne mit der Wimper zu zucken, ablehnen. Auch, wenn es die Aussicht bieten würde, mein Zuhause und meinen bisherigen Lebensstandard zu behalten.

Ich bin meinem bisherigen Leben entwachsen, es ist mir zu eng geworden, es passt mir nicht mehr und ich werde meinen Platz finden. Ich werde ankommen. Ich werde fliegen.

 

0 thoughts on “”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.